ÜBER ...

PORTRAIT im Hamburger Abendblatt (2016)

 

Spielzeit 2021 // 2022

 

09.August/MODERATION: Kulturpolitisches Update des PAP Berlin mit Dr. Klaus Lederer und Janina Benduski

 

10. und 11. September/KUNST: INTERVISIONS #10 bei der Altonale in Hamburg (analog)

 

14.-16. September 2021/KULTURPOLITIK: BUNDESFORUM 2021 (hybrid)

 

23. September/KUNST: TRANSVISION: OderlandBerlin (digital)

 

30. September - 16. Oktober/

KUNST: Salat, Patriarchat und andere Katastropen.

 

05.-07./10. Oktober/KUNST: Trollkinder können alles; Figurentheater Zitadelle

 

12. Oktober/KULTURPOLITIK:

Präsentation des Konzeptpapiers zur Förderstruktur der fdK in München

 

PRESSE

AUSZÜGE aus ,ACHTUNG! Der Zucker ist vergiftet' // von Hinrike Gronewold //  Weltexpress


Berlin, Deutschland (Weltexpress). Als „formidables Fest der Lebensfreude, des Charmes und der Dekadenz“ ist die Inszenierung „Brauner Zucker“ angekündigt. ...

 

Die Musiker Noel Rademacher und Robert Rating, mit Kontrabass und Gitarre, beginnen den Abend stimmungsvoll mit „Es gibt nur ein Berlin“. Vielleicht sollte geschunkelt werden. Danach wird getanzt, gesungen, die SchauspielerInnen präsentieren sich in unterschiedlichen Gruppierungen, gehen ab, um blitzschnell neu kostümiert wieder aufzutreten.

 

Die Vorstellung ist hoch professionell, hervorragend arrangiert von Regisseurin Anne Schneider, und könnte Begeisterung auslösen, wenn die Texte nicht wären.

 

Oben, an der Rückwand prangt, in Gold, die Zahl 77, Logo der danach benannten Initiative, die sich an diesem Abend Gehör verschafft durch Menschen, die nicht besonders auffällig sind, Künstler, engagierte Mütter, Ökofreaks, Gutmenschen, die die Welt retten wollen. Sie sind begeistert, aber nicht fanatisch, wollen mitreißen, aber anscheinend nicht indoktrinieren. Sie drohen nicht mit der Apokalypse, sondern locken mit dem Paradies, der Befreiung von Ängsten, dem wilden, genussreichen Leben.

 

Parodiert und zugespitzt könnten die Texte komisch sein, aber die SchauspielerInnen hüten sich vor starken Übertreibungen, und so klingt das Gesagte fast wie Alltägliches, schon einmal Gehörtes oder Gelesenes. Radikal ist das nicht, Vieles scheint durchaus vernünftig, wenn auch ein bisschen verquast.

...

Am Schluss, im dunklen Saal, erscheint Rike Schubert mit einer Puppe, die sich als der Neuanfang definiert und diesen, fröhlich krähend, als immer wiederkehrenden Bluff entlarvt. ...

 

Im Programmheft werden die Ergebnisse von Studien der Friedrich Ebert-Stiftung und des Bielefelder Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung zitiert. Danach findet sich „ Ausländerfeindlichkeit bei knapp einem Viertel der Deutschen“, knapp 20% der Deutschen stimmen „der Aussage zu, Juden hätten in Deutschland zu viel Einfluss“ und „knapp die Hälfte meint, dass Juden aus ihrem Opferstatus in der NS-Zeit Vorteile ziehen würden.“

 

Bei aufmerksamem Hinhören können wir alle versteckten oder ganz offenen Faschismus in den unterschiedlichsten Gesellschaftskreisen entdecken oder ihn gar in unseren eigenen Gedanken finden.

 

...  „Brauner Zucker“ löste bei mir im Nachhinein leichtes Erschrecken darüber aus, dass ich das Gehörte als etwas nicht sonderlich Auffälliges, fast Normales wahrgenommen hatte. ...

 

... ich habe die allergrößte Hochachtung vor dem exzellenten Schauspielensemble Gina Henkel, Toni Jessen, Tina Pfurr, Rike Schubert, Cornelius Schwalm, Rainer Strecker und Verena Unbehaun, das alle schauspielerischen Eitelkeiten beiseite lassend, die zuckrige braune Soße ganz souverän, ohne dem Affen Zucker zu geben, präsentiert hat.

 

Langweilig ist dieser Theaterabend nie, denn Regisseurin Anne Schneider sind einige wirkungsvolle Effekte eingefallen, und die Dramaturgin Sophie Nikolitsch hat ganz sicher einen wesentlichen Beitrag zu dieser bemerkenswerten Produktion geleistet.